Mache Deine E-Bike-Radtour zu einem unvergeßlichen Erlebnis

 

1. Tour richtig planen

Als Erstes fragt man sich, wo will man denn gerne mal hin? Da hört man was von Freunden, liest etwas in einem Magazin, hört ein faszinierendes Hörbuch oder sieht eine tolle Doku im Fernsehen. Und dann möchte man am liebsten los. Manchmal findet man sogar beim Einkaufen in der Non Food - Abteilung einen kleinen Radreiseführer mit Karten und schönen Bildern und schon ist die Lust geweckt.

 

 

Mal abgesehen von der körperlich nötigen Fitness für manche Touren oder der zeitlichen Verfügbarkeit wegen der Arbeit ist der Wille das Wichtigste, dann ist der Rest leicht. Einfache, ebene Mehrtagestouren bekommt man auch ungeübt hin, wenn der Sattel gut und das Bike leichtgängig ist. Für das E-Bike braucht man Strom zum Laden in der Nacht und das hat jede Herberge.

Besser als am Wochenende zu fahren ist unter der Woche alle Mal, denn da ist weniger los, die Sonntagsfahrer sind nicht auf der Straße, es ist weniger voll und die Unterkünfte sind billiger. Also nimmt man von Montag bis Freitag Urlaub.

Dann kommt das Wetter hinzu, daher bin ich persönlich für kurzfristig angesagte (aber gut vorher geplante) Unternehmungen. Einzige Schwierigkeit: Das geht nicht in der Gruppe - mit der eine solche Fahrt eigentlich am meisten Spaß macht...

Gute Radtouren und Radwege gibt es oft entlang von Panoramastraßen (Weinstraße, Bodensee), Flüssen (Rhein, Neckar, Donau) und Kanälen (Rhein-Rhone-Kanal, Canal du Midi). In den Bergen (Alpen, Schwarzwald, Eifel, Vogesen) wird es anstrengend, allerdings ist die Aussicht in den Bergen meist grandios.

2. Literatur, Informationen, Online Status, Karten und Dokumentation

Vor der Tour kommt immer die Information. Je mehr man weiß, desto besser ist man vorbereitet. Wie gesagt, die kleinen Radwanderführer aus dem Discounter sind gar nicht schlecht. Denn erstens sind die Radwege allerorts fast immer bestens beschildert und zweitens hat mittlerweile jeder ein Handy und Internet ist weltweit verfügbar. Fehlt nur noch Netz und Akku.

Papier ist daher grundsätzlich die erste Wahl! Ein paar Beschreibungen und Karten reichen normalerweise völlig, aber die muss man dabeihaben (oder im Kopf). Smartphone und Google Maps machen den Rest komfortabel, auch weil dort Rastplätze, Gasthäuser und Werkstätten verzeichnet sind und man immer angezeigt bekommt, wie lange man noch fahren muss.

Schließlich macht man auch Fotos, kann sie gleich bei Google hochladen und spart dabei den eigenen Speicherplatz, kann Freunde und Familie per Facebook oder Whatsapp informiert halten und im Falle eines Falles ist man nicht verloren. Ein weiterer Vorteil bei Google Maps ist die Kommentarfunktion zu allen gesetzten Wegepunkten, was einem zum Einen zeigt, wo man überall war und außerdem ist es eine gute Gedächtnisstütze, um zuhause von seinen Erlebnissen berichten zu können und falls man mal nachlesen will, wo es einem gefallen hat und wie der Ort doch gleich noch mal hieß...


3. Ausrüstung, Radzubehör, Equipment - leihen oder kaufen?

 

Ich finde ein eigenes Bike besser, dann weiß man, was man hat und passt entsprechend darauf auf. Außerdem ist das ohnehin eine langfristige Anschaffung und somit eine mehrjährige Beziehung. Geliehene Bikes sind sicher gut, oft neu, und technisch in Schuss, aber beim eigenen Rad kann man eher mal einen Kratzer verkraften und auch etwas so umbauen, dass man komfortabler unterwegs ist. Anders ist es, wenn man zu selten fährt oder zu weit anfährt, um die Radtour zu machen. Dann ist es besser, ein Mal ein Bike zu leihen und sich den Platz in der Garage oder im Keller zu sparen, wo es ohnehin nur verstaubt.

4. Kommentierte Checkliste - Was packe ich ein?

Die wichtigste Frage. Am besten notiert man sich immer gleich, welche Ausrüstung sich unterwegs bewährt und was nicht. Eines gilt immer: Je weniger Gepäck, desto besser die Fahrt! Auf meinen Reisen habe ich meist nur Handgepäck dabei und selbst das ist mir immer zu viel. Denn: Kaufen kann man alles irgendwo. Und zurücklassen auch.

Grundsätzlich kann man für eine mehrtägige Tour Folgendes anrechnen:

Wasserdichte Packtaschen (zwei Packtaschen hinten, zwei Packtaschen vorn, eine Lenkertasche mit Kartenfach und eine Packrolle hinten). Je mehr Taschen, desto mehr transportiert man und desto unbeweglicher und anstrengender wird es.

Bekleidung (kurze Hose, lange Hose, Radlerhose, Socken, Unterwäsche, kurze oder lange Shirts, Regenhose, Pulli, Windjacke, Schirmmütze, Badehose, Schlafhose und Shirt, Sportschuhe / Sandalen, Handschuhe, Sonnenbrille, Fahrradhelm).

Wichtig ist eine gut sichtbare Bekleidung, damit man bei jedem Wetter von den anderen Verkehrsteilnehmern gesehen wird. Warnwesten oder grelle Farben sind bei jedem Wetter angesagt, dann hat man zumindest ein Sicherheitsplus.

 

 

Ich persönlich halte übrigens gar nichts vom Fahrradhelm - gerade wegen der ganzen von der Industrie angezettelten Angstmacherei. Mittlerweile hat sich nämlich bereits die Mehrheit unserer Bevölkerung so weit anstecken lassen, dass sich kaum einer mehr ohne Helm aus dem Haus traut. Und irgendwann werden unsere willfährigen, von der Lobby geschmierten Politiker den Helmzwang als weitere Entmündigung des Bürgers mit saftigen Geldstrafen per Gesetz durchsetzen.

Orientierung und Papiere (Geldbeutel, Karten, Reiseführer, Ausweis, Unterkunftsliste, Notizbuch, Stift, Handy, Ladekabel, Powerbank)

Erste-Hilfe-Set (Pflaster, Mückenspray, Alkohol, Schmerztabletten)
Hygiene (Duschgel, Seife, Bürste, Zahnbürste, Zahnpasta, Sonnencreme, Rasierer, Binden, Lippenpflege, Waschmittel, Taschentücher, Putztuch, Nadel und Faden)

Fahrrad (mindestens 2 Schlösser und Ketten, Trinkflasche, Luftpumpe, Flickzeug, Lappen)

Camping (Schlafsack, Isomatte, Zelt, Klebeband, Kocher, Topf, Teller, Besteck, Becher, Taschenmesser, Taschenlampe.

Nochmal: Je weniger, desto besser. Plant man täglich eine Übernachtung in einem Gasthof ein und hält man ab und zu an, um einzukehren, wird es zwar teurer als ohne, aber man braucht viel weniger Zeugs mitzuschleppen, fährt deutlich entspannter und kann sich frisch machen und seine Sachen waschen (und trocknen lassen). Bei Regen bricht man besten ab und fährt ein ander Mal. Dann sind die Erinnerungen angenehmer und die Fotos schöner.

 


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K. Paulus / 17-Aug-2018